Aktuelles

 

Spielplan

Die für die abgesagte Hallenmeisterschaft qualifizierten Teams bestreiten auch die Feldmeisterschaft.

Die Altersbeschränkungen aus der Hallensaison werden ausnahmsweise auf die Feldsaison übertragen.

 

 

 

 

100 Jahre Faustball beim TSV Karlsdorf,

ein würdiger Anlass, sich um die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Hallenfaustball der Jugend U14 2020 zu bewerben. Unser Dank geht an die DFBL für das entgegengebrachte Vertrauen, insbesondere aber auch an die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard, die mit dem Bau einer zweiten Sporthalle die Grundlage für so eine Großveranstaltung geschaffen und uns optimale Trainingsbedingungen auch in der Wintersaison ermöglicht hat.

 

Faustball im TSV Karlsdorf

Faustball ist die älteste im Verein gespielte Ballsportart. Bereits kurz nach dem 1. Weltkrieg,  am  21.  September  1919,  beim  „ ...  ersten Schauturnen mit Gartenfest seit der Verein wieder bestand", spielten die 1. und 2. Faustballmannschaft gegen den TV Spöck und gewannen beide Spiele.

Und im Juli 1921 - so berichtet das Protokoll – nahm die damalige 1. Faustballmannschaft zum ersten Mal bei einem Pokalwettbewerb in  Neudorf teil  und errang den 17. Preis, was zumindest auf eine große Beteiligung an diesem Turnier schließen lässt. Einen Faustball ("Hülle und Blase") hatte man im Juli 1919 für 69,50 Reichsmark beschafft.

Es ist sogar wahrscheinlich, dass man schon lange vor dem 1. Weltkrieg beim Turnverein Faustball spielte. Immerhin wurde im Januar  1909 ein Fußball angeschafft. Aber das Fußballspiel selbst hat man im Turnverein damals nicht praktiziert. Und am 13. Februar 1923 beschloss die Verwaltung, „...  einen neuen Faustball anzuschaffen“. Im Anschluss daran gibt es keine weiteren Hinweise mehr auf diese Sportart, bis zur Wiedergründung im Juli 1963. Als erster Übungs- und Abteilungsleiter fungierte damals der im Verein sehr aktive Siegfried Schmitt. Der Übungsbetrieb war anfangs nicht besonders gut besucht, jedoch bereits beim Sommerfest 1964 brachte die junge Truppe ein Turnier zwischen Oberhausen, Neuthard und Karlsdorf zustande und eine Mannschaft nahm im Feld und in der Halle in der Kreisklasse A teil.

 

Im darauffolgenden Jahr wurde dann erstmals ein Faustballturnier der Karlsdorfer Ortsvereine ausgeschrieben, das bis heute zum festen Bestandteil  eines  jeden  TSV-Sommerfestes  gehört. In den Folgejahren spielte die Mannschaft erfolgreich in den Punkterunden mit. Aber erst die 1971 eingeweihte neue Vereinssportanlage an der Hertzstraße brachte bessere Trainingsmöglichkeiten, und nach dem Bau der Schönbornschule konnte in der dortigen Turnhalle ein - beschränktes - Hallentraining aufgenommen werden. Mit der Einweihung des Altenbürgstadions und der dazugehörigen Großsporthalle wurden dann ganzjährig optimale Trainingsmöglichkeiten geschaffen.

1975 übernahm Edgar Habitzreither von seinem Onkel Hermann Habitzreither die Leitung der Abteilung, die er auch heute noch innehat. Seit 1976 nimmt die Faustballmannschaft des TSV mit nur einer kurzen Unterbrechung an den Punktespielen in der Halle und im Freien teil.

Am 29.4.1979 organisierten die Faustballer des TSV zu Beginn der Feldrunde erstmals ein überregionales Faustballturnier. Dazu traten 13 Mannschaften aus Nordbaden und dem Pfälzer Raum auf dem Waldsportplatz im Kammerforst an. Das Turnier, das seither alljährlich durchgeführt wird, hat sich zu einer festen Einrichtung entwickelt und ist - auch bei höherklassigen Mannschaften - eine beliebte Gelegenheit, um kurz vor Rundenbeginn noch einmal eine spielerische Standortbestimmung durchzuführen. Zweifellos tragen auch die anerkannt gute Turnierorganisation sowie attraktive Mannschaftspreise dazu bei, dass man heute fast von einem "Selbstläufer" reden kann. Im Jahre 2019 nahmen mehr als 70 Mannschaften am Turnier teil, wobei in den Kategorien Damen, Herren A + B sowie Jugend „Badencup“ gespielt wurde.

Nach mehreren Anläufen, in die nächsthöhere Spielklasse aufzusteigen, war es dann endlich soweit: In einem Krimi besonderer Art erreichte die Mannschaft um Kapitän Edgar Habitzreither am 24.3.1985, als sie in Walldürn an den Aufstiegsspielen zur Landesliga Nord in der Hallenrunde teilnahm, nach nervenaufreibendem Kampf den Aufstieg, wobei man im entscheidenden Spiel gegen die gastgebende Mannschaft nach fünf Minuten bereits mit 1:9 zurücklag, um dann doch noch durch einen „Hammer“ von Schlagmann Arno Habitzreither in letzter Sekunde das benötigte Unentschieden zu erreichen.

1987 wurde durch großartige Leistungen der Aufstieg im Feld in die Verbandsliga Baden und in der Halle in die Landesliga Nord geschafft. Beide Klassen erwiesen sich jedoch als zu stark, so dass dem doppelten Aufstieg in der nächsten Saison zwangsläufig der doppelte Abstieg folgte. Im Jahre 1991 erhielten die Faustballer dann unerwarteten Zuwachs: Nachdem die Zahl der aktiven Faustballer im nahegelegenen Obergrombach nicht mehr ausreichte, um eine eigene Abteilung mit Trainingsbetrieb und Rundenspiele aufrecht zu erhalten, entschlossen sich die Spieler, sich dem TSV Karlsdorf anzuschließen. War man anfangs noch skeptisch, ob man  mit den alten Rivalen auch harmonieren würden, so entwickelte sich doch schnell eine sehr gute Kameradschaft, die auch sportlich erfolgreich sein sollte. Schon 1992 konnte wieder ein Aufstieg gefeiert werden. In dramatischen Spielen erkämpften sich die Faustballer  in Murg den Aufstieg in die Verbandsliga Baden in der Halle. 1993 gehen die Faustballer erstmals mit einer zweiten Mannschaft an den Start. Auf Anhieb wird dieses Team Kreismeister, Kreispokalsieger und Aufsteiger in die Landesliga Nord im Feld und in der Halle. Sensationell im Jahr 1994 ist der 6. Platz beim Deutschen Turnfest in Hamburg, der bis dahin größte Erfolg einer Karlsdorfer Faustballmannschaft. Ebenfalls in jener Saison wird in der Halle die Badische Vizemeisterschaft errungen.

Eine Steigerung ist kaum noch denkbar; und doch wird sie Wirklichkeit: die Faustballer um Edgar Habitzreither wachsen über sich hinaus und schaffen bei den Qualifikationsspielen am 5. und 6.7.1997 im heimischen Altenbürg-Stadion den Aufstieg in die 2. Bundesliga West.  "Mit Trainingsfleiß und Routine", titeln die Badischen Neuesten Nachrichten am 17.7.1997, "sind die Karlsdorfer Faustballer bis in die zweite Liga durchmarschiert".

Dass für die Karlsdorfer Faustballer eine gute Kameradschaft aber gleichrangig mit sportlichen Erfolgen ist, sollte mittlerweile weithin bekannt sein. Ob beim alljährlichen Schlachtfest, bei zahlreichen Ausflügen z.B. in Centerparks oder zum Skifahren, oder auch nur bei den häufig besuchten Turnieren, die Stimmung im Team ist immer gut; lediglich der Fahrer fühlte sich zuweilen etwas im Abseits stehend.

Viele Jahre lang waren die Faustballer des TSV eine verschworene Gemeinschaft und bestritten im Sommer im Freien, im Winter in der Halle fast immer mit dem gleichen Spielerpotential ihre Rundenwettkämpfe. Dass sie dabei immer gereifter - aber auch immer älter - wurden, war eine biologische Selbstverständlichkeit. Deshalb ist es  besonders erfreulich,  dass im Januar 1994 ganz gezielt eine Jugendtruppe, die Faustball-Minis, auf die Beine gestellt wurde.

Ganz freiwillig geschah das nicht, eher mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Denn auch damals - 1994 -hätte man eigentlich um den Aufstieg in die 2. Bundesliga spielen dürfen - durfte es aber nicht! Und weshalb? - Nun, nach den bestehenden Regeln wird die Teilnahme an Aufstiegsspielen ab der 2. Bundesliga aufwärts davon abhängig gemacht, dass eine eigene Faustball-Jugendarbeit im Verein betrieben wird. Und da fehlte es bei den Faustballern des TSV. Aber nun - seit 1994 -wird Jugendarbeit betrieben, und wie! Rekrutierten sich die Kids zunächst größtenteils aus den Söhnen der Faustball spielenden Väter, so stießen bald Freunde und Bekannte, ja "sogar" Mädchen zu der noch jungen Mannschaft. Zahlreiche Meisterschaften, Badische Meistertitel, Westdeutsche Meisterschaften und Turniersiege konnten inzwischen erspielt und als Höhepunkt die Deutsche Meisterschaft 2001 errungen werden. Aktuell spielt die erste Herrenmannschaft in der zweiten Bundesliga Süd, des Weiteren nehmen zahlreiche Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil; zuletzt erfolgreich als 6. Deutscher Meister in der weiblichen U14.